Das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen wird ausgebaut. Hierauf weisen die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth die Kommunen im Rheingau-Taunus hin. „Landesweit können 16 neue Kommunen für den Förderzeitraum 2020 bis 2027 in das Programm aufgenommen werden.“ Abgabefrist für Bewerbungen ist am 2. März 2020.

Die Landesmittel für das Programm würden 2020 um knapp 1,3 Millionen Euro aufgestockt und auch in den Folgejahren ausgebaut. „Wir erhöhen die Dorf- und Regionalentwicklungsmittel in diesem Jahr auf einen Höchstwert von 46 Millionen Euro. Wir wollen lebendige, attraktive Ortskerne und so die Gemeinden und Regionen im ländlichen Raum stärken“, teilten die CDU-Politiker mit.

Die Dorfentwicklung biete Kommunen und Privatpersonen die Möglichkeit, für Vorhaben der Daseinsvorsorge und der Grundversorgung sowie für Sanierung und Neubauten in den Ortskernen Fördermittel zu erhalten. Die Förderung könne für die klassischen Gebäudeinvestitionen erfolgen, darüber hinaus aber auch für soziale und kulturelle Vorhaben wie zum Beispiel Mehrgenerationentreffs oder Dorfmuseen. Zudem sei die Unterstützung von städtebaulich verträglichem Abriss von Gebäuden möglich.

Müller-Klepper und Beuth zogen eine positive Zwischenbilanz der Dorfentwicklung im Rheingau-Taunus. „Das Programm wirkt erfolgreich, um die Lebensqualität im ländlichen Raum auch unter den veränderten Rahmenbedingungen wie dem Rückgang der Bevölkerung und einer alternden Gesellschaft zu sichern. Dies belegen die vier aktuellen Förderschwerpunkte im Rheingau-Taunus – Aarbergen, Bad Schwalbach, Lorch und Schlangenbad – sowie die im letzten Jahr abgeschlossenen Dorfentwicklungsprozesse in Ortsteilen von Idstein und Hünstetten.“

4 Kommunen aus dem Kreis profitieren
Bisher seien in die vier Kommunen, die sich derzeit im Programm befinden, für die Dorfentwicklung Fördermittel in einer Gesamthöhe von 2.144.535 Euro geflossen. Gut 70 Prozent entfielen auf kommunale Vorhaben, knapp 30 Prozent auf private Projekte. Die Projekte leisteten in ihrer Vielfalt einen Beitrag, dass sich die Kommunen zukunftsfähig aufstellten und neue Entwicklungswege beschritten.

Die Dorfentwicklung in Aarbergen, das 2018 aufgenommen wurde und bis 2025 gefördert wird, befinde sich noch in der Anfangsphase. Dort werde derzeit das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) als Grundlage für die Dorfentwicklung durch ein Fachbüro unter intensiver Beteiligung der Bürgerschaft und der Gemeinde erstellt. Hierfür wurden 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. „Das IKEK zu erstellen, macht Arbeit, kostet Zeit und Mühe. Doch es lohnt sich. Es entsteht ein individuelles Zukunftsprogramm unter Mitwirkung der Bürger“, so die Abgeordneten.

In den drei anderen geförderten Kommunen seien die positiven Wirkungen des Programms bereits im Ortsbild deutlich sichtbar. „Das Programm wird rege genutzt“, freuen sich Müller-Klepper und Beuth. In Bad Schwalbach, wo die Dorfentwicklung im Zuge des Programms von 2013 bis 2022 durchgeführt wird, wurden mit Fördermitteln in Höhe von 577.000 Euro 13 Projekte der Stadt wie die Neugestaltung der Dorfplätze in Heimbach, Lindschied, Fischbach und Hettenhain sowie 11 private Vorhaben auf den Weg gebracht.

776.000 Euro gingen nach Lorch, wo die Dorfentwicklung 2012 startete und noch bis nächstes Jahr läuft. Bisher wurden 14 kommunale Projekte wie die Umgestaltung des alten Feuerwehrhauses in Lorchhausen, des Dorfgemeinschaftshauses in Wollmerschied, des Dreschplatzes in Espenschied, ein Platz der Begegnung für die Dorfgemeinschaft in Ransel und die Sanierung des Jugendraums auf dem Ranselberg unterstützt. Zudem wurden 12 private Vorhaben gefördert.

Für Schlangenbad, wo die Dorfentwicklung der Förderzeitraum von 2014 bis 2023 umfasst, gab es 15 Bewilligungen für Projekte der Gemeinde wie die Errichtung des Backhauses in Bärstadt, die Sanierung der alten Schule in Niedergladbach, die Umgestaltung der Ortsmitte in Niedergladbach und die Planung für die Umgestaltung der Ortsmitte in Wambach. Es wurden 16 private Vorhaben gefördert. Insgesamt wurden bisher 741.535 Euro bereitgestellt.

Aktuell fördert das Land Hessen im Rahmen der Dorfentwicklung 105 Kommunen mit insgesamt 787 Stadtteilen. Informationen zur Dorfentwicklung:
https://umwelt.hessen.de/landwirtschaft/laendlicher-raum/foerderung-der-laendlichen-entwicklung/dorfentwicklung

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