Von 2014 bis Anfang 2019 sind rund 37 Millionen Euro aus den vier großen Fördertopfen der Europäischen Union (EU) in den Rheingau-Taunus geflossen. Darauf weisen die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth hin. „Vor Ort ist eine beträchtliche Summe aus Brüssel angekommen. Hessen profitiert wie kaum ein anderes Land von Europa. Das wird besonders und ganz konkret in unserer Region spürbar, da die EU einen Schwerpunkt auf den ländlichen Raum legt“, erklärten die CDU-Politiker. Sie hatten auf ihre Anfrage hin von Europaministerin Lucia Puttrich die Förderdaten für den Rheingau-Taunus erhalten.

Die Liste der Projekte im Kreis, die aus den dezentralen, von der Hessischen Landesregierung verwalteten EU-Strukturfonds gefördert wurden, sei lang und verdeutliche, wie die EU vor Ort wirke. „Neben den Direktzahlungen an die Landwirte und Winzer in unserer Region fließen Mittel aus sehr vielen verschiedenen Programmteilen an den Kreis und in die 17 Städte und Gemeinde, unterstützen die Regionalentwicklung, den Schutz und die Pflege der Kulturlandschaft, fördern Bildung, verbessern Beschäftigungschancen und stärken die heimische Wirtschaft“, erläuterten Müller-Klepper und Beuth.

Förderung für den ländlichen Raum
Aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) flossen in der aktuell laufenden Förderperiode bisher 28,8 Millionen Euro in den Rheingau-Taunus. Aus der zweiten Säule der Agrarförderung – dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) – kamen weitere 5,6 Millionen Euro. „Hierunter sind auch die EU-Mittel, die den beiden LEADER-Förderregionen Rheingau und Taunus für die bisher umgesetzten 57 Maßnahmen der Regionalentwicklung wie zum Beispiel den Rheingauer Klostersteig, das Premiumwandern im Wispertaunus und das Gründerzentrum in Taunusstein bewilligt wurden. Bis 2020 werden unserer Region allein aus dem LEADER-Programm 3,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt“, so die Abgeordneten.

Geld für soziale Projekte
Unterstützung gibt es von der EU auch für soziale Projekte und Programme im Rheingau-Taunus – aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Seit 2014 wurden insgesamt 2,3 Millionen Euro bewilligt. „Dank des ESF kann im Rheingau-Taunus das Programm Praxis und Schule (PuSch) an mehreren Standorten umgesetzt werden. Es ermöglicht Schülerinnen und Schülern mit erheblichen Lern- und Leistungsrückständen, ihren Hauptschulabschluss zu erreichen und eine duale Ausbildung aufzunehmen“, führten Müller-Klepper und Beuth aus.
Durch die finanzielle Hilfestellung der EU könne der Rheingau-Taunus-Kreis verschiedene arbeitsmarktpolitische Maßnahmen durchführen, um benachteiligten jungen Menschen den Weg in eine Ausbildung zu eröffnen und Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen. Programme wie „Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen“, „gut ausbilden“ und „Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule“ würden ebenso unterstützt wie Bildungsberatung und –coaching und die Ausstattung des Arbeitsmarktbudgets des Kreises.

Unterstützung für Hochschule Geisenheim
Auch die Hochschule Geisenheim University erfährt Unterstützung durch die EU. Für das Projekt „Geisenheim international – study & more“, mit dem die Beschäftigungsfähigkeit internationaler Studierender und Absolventen durch eine zielgerichtete Betreuungs- und Willkommenskultur verbessert werden soll, erhielt sie ESF-Mittel in Höhe von 896.700 Euro. Aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) wurden 181.308 Euro für ihr Vorhaben zur Stärkung des Wissens- und Technologietransfers in die Wirtschaft bewilligt.

Darüber hinaus profitiere der Rheingau-Taunus wie ganz Hessen von den großen EU-Bildungsprogrammen wie Erasmus+, das sich in erster Linie an Studierende und Auszubildende richte, so Müller-Klepper und Beuth. Diese Mittel würden zentral verwaltet. Bei der Strukturförderung gehe es dagegen darum, die einzelnen Regionen zu stärken und dort die Lebensbedingungen zu verbessern.

Wegen der Bedeutung der Strukturförderung für die Regionen wie den Rheingau-Taunus habe sich Hessen in Brüssel nachdrücklich dafür eingesetzt, dass das Land auch in Zukunft Mittel der EU erhalte. Wegen des Brexit und wegen neuer Aufgaben der EU werde für die Regionalförderung weniger Geld zur Verfügung stehen. „Die Landesregierung hat durch entschlossenes Auftreten gemeinsam mit den hessischen Partnerregionen erreicht, dass auch wirtschaftlich starke Regionen weiter bei den Förderprogrammen berücksichtigt werden.“

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