Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat gemeinsam mit Staatssekretär Dr. Stefan Heck und der Landesbeauftragten Margarete Ziegler-Raschdorf Vertreter der Verbände und Landsmannschaften der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler zum Jahresgespräch und offenen Gedankenaustausch im Innenministerium begrüßt.

„Für die Hessische Landesregierung ist die Unterstützung der Gedenk- und Kulturarbeit eine Herzensangelegenheit. Was die Verbände und Landsmannschaften leisten, nötigt uns großen Respekt und tiefe Bewunderung ab. Aus diesem Grund werden wir, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, einen Lehrstuhl an einer hessischen Universität zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Kultur und Geschichte der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler einrichten. Die im Koalitionsvertrag angekündigte Dauerausstellung zu ‚Kultur und Geschichte der Vertriebenen und Spätaussiedler‘ wollen wir im Hessenpark ansiedeln. Zusätzlich ist es unser Ziel, dass die Geschichte der Landsmannschaften und Heimatvertriebenen eine stärkere Berücksichtigung im Schulunterricht erfährt. Denn auch 70 Jahre nach Flucht und Vertreibung hat das Thema eine große gesellschaftliche Bedeutung. Schließlich sind nahezu 30 Prozent der hessischen Bürgerinnen und Bürger über die familiäre Herkunft von Vertreibung und Aussiedlung betroffen“, so Innenminister Peter Beuth.

Wie der Innenminister hervorhob, wurde im Wege des Nachtragshaushalts 2019 die institutionelle Förderung für den Bund der Vertriebenen zuletzt um 57.000 Euro auf 300.000 Euro angehoben. Eine kontinuierliche Strukturförderung zugunsten der Anliegen der Spätaussiedler sei darüber hinaus derzeit in Vorbereitung.

Staatssekretär Dr. Stefan Heck bedankte sich im Rahmen des Jahresgespräches bei den Verbänden und Landsmannschaften und hob in diesem Zusammenhang die Arbeit der Landesbeauftragten Margarete Ziegler-Raschdorf hervor: „Bereits seit dem Jahr 1999 können sich die Vertriebenenverbände und Landsmannschaften jederzeit mit ihren Anliegen an den oder die Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler wenden, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. In diesem Jahr feiern wir also ein kleines Jubiläum, denn die Funktion der Landesbeauftragten gibt es seit nunmehr 20 Jahren. Das ist eine Erfolgsgeschichte für sich – gerade, wenn wir bedenken, in welchen Bundesländern ein solches Amt lange Zeit gar nicht existierte oder bis heute nicht existiert. Hessen bekennt sich damit seit vielen Jahren aus tiefer Überzeugung zu seiner Vertriebenen- und Spätaussiedlerpolitik, der wir uns auch in der neuen Legislaturperiode verpflichtet fühlen.“

Seit Juli 2019 ist der Bereich Heimatvertriebene und Spätaussiedler durch Kabinettsbeschluss dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport zugeordnet. Mit der Einrichtung einer eigenen Stabsstelle der Landesbeauftragten Margarete Ziegler-Raschdorf hat die Hessische Landesregierung die institutionellen, organisatorischen und personellen Voraussetzungen im Innenministerium dafür geschaffen, die Geschichte und Kultur der Vertreibungsgebiete zu vermitteln und zu erhalten. „Auch viele Jahrzehnte nach Flucht und Vertreibung der Deutschen hat das Thema eine hohe Bedeutung. Mit Blick auf den demografischen Wandel werden verstärkte Anstrengungen nötig sein, um die Kultur der Vertreibungsgebiete als Teil des kulturellen Erbes zu erhalten und dauerhaft zu sichern. Daneben liegt mir auch die Eingliederung der Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler und deren eigene besondere Geschichte und Kultur am Herzen“, sagte die Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf.

Hintergrund
Seit vielen Jahren lädt der Hessische Ministerpräsident die Vertreter der Verbände und Landsmannschaften der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler zu einem Jahresgespräch und offenen Gedankenaustausch ein. Nach der neuen Ressortierung des Themenbereichs und der Stabsstelle der Landesbeauftragten Margarete Ziegler-Raschdorf wurde in diesem Jahr das Gespräch mit den Verbänden an den Hessischen Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth, übertragen. Der Bund der Vertriebenen (BdV) wurde vertreten durch seinen Landesvorsitzenden Siegbert Ortmann sowie durch die stellvertretenden BdV-Landesvorsitzenden Wilhelm Beer, Manfred Hüber und Reinhard Schwarz. Für die Patenschafts-Landsmannschaften des Landes Hessen waren der Bundesvorsitzende Dr. Martin Sprungala von der Landsmannschaft Weichsel-Warthe und Otto Kotke von der Landsmannschaft der Wolgadeutschen anwesend. Jürgen von Boetticher nahm als Landesvorsitzender für die Deutsch-Baltische Gesellschaft ebenfalls an dem Jahresgespräch teil. Für die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LMDR) war deren Bundes- und Landesvorsitzender Johann Thießen präsent; für die Deutsche Jugend aus Russland in Hessen (DJR) Geschäftsführerin Albina Nazarenus-Vetter. Herr Reinfried Vogler nahm in seiner Funktion als Präsident der Bundesversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft an dem Gedankenaustausch teil und Andreas Hofmeister, MdL, als neuer Vorsitzender des Unterausschusses für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung (UHW) des Hessischen Landtages.

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