Rheingau-Taunus. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Rheingau-Taunus, die auf eine umweltgerechte Bewirtschaftung setzen, ist weiter gestiegen. Wie die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth auf ihre Anfrage von Umweltministerin Priska Hinz erfahren hat, erhalten in diesem Jahr 339 Betriebe im Kreisgebiet Mittel aus dem Agrarumweltprogramm des Landes.

„Im Vorjahr waren es dagegen 325 Betriebe. Betrug die Fördersumme 2019 noch 931.360 Euro, so werden aktuell 975.141 Euro ausbezahlt. Dies ist zugleich ein wichtiger Beitrag, um in schwierigen Zeiten die Liquidität zu sichern“, erklärten die CDU-Politiker. Von dem Programm profitierten nicht nur ökologisch wirtschaftende Betriebe. Es setze vielfältige Anreize, auch für die konventionelle Landwirtschaft.

Das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen – kurz HALM – diene der Förderung einer besonders nachhaltigen Landbewirtschaftung. „Die Landwirte im Rheingau-Taunus übernehmen Verantwortung für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Diese Gemeinwohlleistungen werden honoriert. Sie bekommen einen finanziellen Ausgleich für zusätzliche Kosten oder Ertragsverzicht in Folge von besonders umweltschonenden Maßnahmen, die sie auf einer Gesamtfläche von 4.523 Hektar umsetzen“, erläuterten die Abgeordneten. So werde ein Beitrag zur Erfüllung der Ziele in den Bereichen Biologische Vielfalt, Wasser-, Boden- und Klimaschutz sowie bei der Erhaltung der Kulturlandschaft geleistet.

Der größte Anteil der HALM-Förderung für den Rheingau-Taunus entfalle mit 583.856 Euro auf den Ökolandbau, der von 59 Betrieben auf 1.909 Hektar betrieben werde. An zweiter Stelle liege die extensive Grünlandbewirtschaftung. Das entsprechende Engagement von 127 Betrieben, die auf einer Fläche von 1.348 Hektar auf Dünge- und Pflanzenschutzmittel verzichten, werde mit 255.705 Euro honoriert.

Die übrigen Gelder fließen für die Anwendung besonders nachhaltiger Verfahren im Ackerbau, die die Bodenfruchtbarkeit und den Zustand der Gewässer verbessern, vor Erosion schützen und zum Erhalt der Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt beitragen. „So werden die Anlage von Blühstreifen und naturbelassenen Ackerrandstreifen, von Gewässer- und Erosionsschutzstreifen ebenso gefördert wie die Winterbegrünung und vielfältige Ackerkulturen“, so Müller-Klepper und Beuth. Auch der Erhalt von Streuobstbeständen werde unterstützt.

Landesweit werden in diesen Tagen 42 Millionen Euro HALM-Förderung an über 9.000 Betriebe ausbezahlt. „Somit werden bereits auf 250.000 Hektar bewirtschafteter Fläche – das ist ein Drittel der gesamten hessischen Agrarfläche – besonders umweltschonende Maßnahmen umgesetzt“, führten die Abgeordneten aus.

Seit dem 1. April 2020 könnten außerdem innerhalb des HALM-Förderprogramms erstmals Anträge für die neu eingeführte Schaf- und Ziegenprämie beantragt werden. Dadurch soll die wirtschaftliche Grundlage der extensiven Weidetierhaltung gestärkt und mit ihr eine tragende Säule der naturschutzgerechten Landschaftspflege erhalten werden.

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