Rheingau-Taunus. Der Rheingau-Taunus wird mit einem „Bach-Quintett“ im neuen Programm „100 Wilde Bäche“ vertreten sein. „Fünf Bäche im Kreisgebiet – der Elsterbach, der Kiedricher Bach, die Walluf, der Breithardter Bach und der Kesselbach – sind in die Landesinitiative aufgenommen worden und gehören damit zu den 100 Fließgewässern in Hessen, die mit Unterstützung des Landes modellhaft renaturiert werden“, freuen sich die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth. „Oestrich-Winkel, Eltville und Kiedrich, die sich beide mit dem Kiedricher Bach beworben haben, Walluf, Hohenstein und Idstein waren im Auswahlverfahren erfolgreich. Unsere Region hat hervorragend abgeschnitten und wird in hohem Maße profitieren.“

Die CDU-Politiker danken den sechs Kommunen, dass sie sich mit diesen Modellvorhaben engagiert einbringen, um die Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen. „Die Bäche sollen wieder natürlicher und artenreicher werden. Indem sie mehr Raum bekommen, werden wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen wiederhergestellt und damit die Artenvielfalt gefördert.“

Viele Bäche seien in der Vergangenheit ausgebaut, begradigt und in ein Betonbett gedrängt worden. Mit dem Programm werde ihnen ein breites, unberührtes Ufer und ein natürliches Bachbett zurückgegeben, wo das Wasser frei fließen könne. „Das dient auch dem Hochwasserschutz und macht die Bäche klimafest“, so Müller-Klepper und Beuth.

Förderhöhe bis zu 95 Prozent

Das Besondere des Programms sei, dass den Kommunen bei der Renaturierung viel Arbeit abgenommen werde. „Sie erhalten eine umfassende Hilfestellung von den ersten Planungsschritten bis zur Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen“, erläuterten Müller-Klepper und Beuth. Es werde ihnen ein Dienstleister an die Seite gestellt, der sich um die Koordinierung aller Aufgaben kümmere – wie Projektsteuerung und -planung, Flächenmanagement, organisatorische Abwicklung der Maßnahmen vom Förderantrag bis zur Bauabnahme. Der Dienstleister werde vollständig aus Landesmitteln finanziert.

Zudem zeichne sich das Programm durch einen außergewöhnlich hohen Fördersatz bei den Renaturierungsmaßnahmen aus. Das Land trage bis zu 95 Prozent der Kosten, die den Kommunen bei der Umsetzung entstehen.

Das Programm sei auf große Resonanz gestoßen und schon jetzt ein Erfolg. Es seien 290 Bewerbungen für 217 Bäche eingegangen. „Es setzt die richtigen Anreize für den Gewässer- und Naturschutz“, so die Abgeordneten. Die Landesregierung werde prüfen, inwieweit Bewerber, die im Rahmen des Auswahlverfahrens nicht berücksichtigt werden konnten, ebenfalls bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) besser unterstützt werden könnten.

Die Wiederherstellung der 100 Bäche als naturnaher Lebensraum soll als Vorbild bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie für die vielen anderen Gewässer in Hessen dienen. Sie laufe auf Hochtouren. „Bis 2027 sollen alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden“, skizzierten Müller-Klepper und Beuth. Derzeit befänden sich 14,6 Prozent der hessischen Fließgewässer in einem sehr guten bis guten ökologischen Zustand. 2014 waren es nur 4,8 Prozent. Um die Verwirklichung des Ziels weiter voranzutreiben, sei das Programm „100 Wilde Bäche für Hessen“ ins Leben gerufen worden.

„Es ist vorgesehen, dass die Gewässerentwicklungsprojekte aus dem Programm schrittweise bis spätestens 2023 begonnen werden“, so Müller-Klepper und Beuth. Basis der Renaturierungen seien die Bewirtschaftungspläne und das Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Hessen.

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