Der Rheingau-Taunus ist vom Land als Pilot-Modellregion für „Sport und Inklusion“ in Hessen ausgewählt worden. Dies teilen die Landtagsabgeordneten Peter Beuth und Petra Müller-Klepper mit. „Der Sportkreis Rheingau-Taunus und der Landkreis werden gemeinsam Pionierarbeit leisten, um das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung voranzubringen. Ziel ist, mit und durch den Sport den Menschen mit Behinderung die Teilhabe zu ermöglichen. Dies ist ein wirkungsvoller Beitrag für ein selbstbestimmtes Leben inmitten der Gemeinschaft. Gerade der Sport ist besonders geeignet, das gegenseitige Verständnis zu stärken, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen“, erklärten die CDU-Politiker.

Ein weiterer Modellstandort sei der Landkreis Darmstadt-Dieburg. Wenn dieser Ansatz in den beiden Regionen Früchte trage, würden in den nächsten Jahren weitere Modellregionen hinzukommen. Das Projekt im Rheingau-Taunus, dessen Laufzeit auf zwei Jahre mit der Option auf Verlängerung um ein weiteres Jahr angelegt sei, werde gemeinsam vom Innenministerium und Sozialministerium aufgelegt und gefördert. „Für 2020 erhält der Sportkreis Rheingau-Taunus für die Umsetzung, die in Kooperation mit dem Landkreis erfolgt, 37.500 Euro“, so die Abgeordneten. Für 2021 und 2022 werde eine Zuwendung in Höhe von 50.000 Euro bzw. 12.500 Euro in Aussicht gestellt.

„Der Sportkreis Rheingau-Taunus ist stolz darauf, als Projektpartner ausgewählt worden zu sein. Wir werden gemeinsam mit den Vereinen alle Anstrengungen unternehmen, Inklusion durch und im Sport in der Region nachhaltig für die Zukunft zu sichern“, so der Projektverantwortliche und stellvertretende Vorsitzende des Sportkreises Werner Koch. Im Sportkreis Rheingau-Taunus sind aktuell 267 Vereine mit 70.717 Mitgliedern organisiert.

Kreis ist gute Wahl

„Es ist kein Zufall, dass die Wahl auf den Rheingau-Taunus gefallen ist“, betonten Müller-Klepper und Beuth. „Es gibt bereits ein gutes Fundament, auf dem das neue Projekt erfolgreich aufgesetzt werden kann.“ Als Beispiel führen sie das kontinuierliche Engagement der Turngemeinde Rüdesheim an, die über eine eigene Abteilung mit inklusiven Angeboten verfügt. Die zusätzliche Qualifizierung der Trainer war vom Land unterstützt worden. Peter Beuth hatte sich gemeinsam mit seiner Landtagskollegin bei einem Besuch einen Einblick in das inklusive Sportgeschehen verschafft. „Vereine in Hessen, die diesem Beispiel folgen und eine inklusive Sportgruppe gründen, können vom Land eine Anschubfinanzierung erhalten“, so der für Sport zuständige Innenminister.

Das Thema „Inklusion“ habe im Rheingau-Taunus nicht nur beim Sportkreis, sondern auch im politischen Handeln einen hohen Stellenwert. Petra Müller-Klepper erinnerte daran, dass ihr Vorschlag aufgegriffen worden ist und der Rheingau-Taunus-Kreis als vom Land anerkanntes und gefördertes Modell für Inklusion im ländlichen Raum Entwicklungsarbeit geleistet hat. „Mit dem erfolgreich getesteten Inklusionsmobil, einer mobilen Fach- und Beratungsstelle, die im Rheingau-Taunus mittlerweile zu einem Regelangebot geworden ist, wurde ein Weg eröffnet, wie der Inklusionsgedanke in einer ländlichen Region in die Fläche getragen werden kann.“

Sport macht Inklusion erlebbar

Im Rheingau-Taunus soll mit dem neuen Projekt ein Netzwerk bestehend aus den Sportvereinen, Sozialeinrichtungen, Sportfachverbänden und Interessenvertretungen der Menschen mit Behinderungen entstehen, das nachhaltige Grundlagen für die Inklusion im und durch den Sport schafft. „Es gilt, neue Sportangebote zu entwickeln und bestehende für die Zielgruppen der Menschen mit Behinderungen zu öffnen. Sinnvoll ist es, bereits bei der jungen Generation anzusetzen“, erläuterten die CDU-Politiker.

Durch Sport, Spiel und Spaß werde die Inklusion im Alltag praktisch erlebbar. Damit dies gelinge, sei die Barrierefreiheit von Sporteinrichtungen zu prüfen bzw. zu schaffen. Die Vereine müssten beim Auf- und Ausbau des inklusiven Engagements beraten und begleitet werden. Ein weiterer Schwerpunkt werde die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung durch Information und Aufklärung sein.

Um eine „inklusive Sportlandschaft“ zu schaffen, setzt das Land 2020 ein Budget von 900.000 Euro ein, die für die Förderung von Sportverbänden sowie von Projekten in Vereinen und Sportkreisen verwendet werden. „Die Grundvoraussetzungen werden seitens des organisierten Sports geschaffen. Als Land unterstützen wir diesen Prozess und beteiligen uns an der Verbesserung der Rahmenbedingungen“, so Beuth und Müller-Klepper. Seit 2015 sei die Förderung kontinuierlich gesteigert worden. Seit 2016 werde konsequent mit allen Beteiligten ein Maßnahmenplan umgesetzt, um die Schaffung inklusiver Strukturen zu forcieren. „Es werden gezielt Projekte und Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt Sport und Inklusion gefördert. Vereine und Sportfachverbände, die Inklusionsmaßnahmen umsetzen wollen, erhalten Beratung und finanzielle Hilfestellung.“

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