Der Rheingau-Taunus soll bei einem neuen Landesprojekt zur Stärkung des Ehrenamts dabei sein, das nach den Sommerferien starten wird: dem Freiwilligen Sozialen Schuljahr Hessen (FSSJH). Das schlagen die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth vor. Sie werben dafür, dass der Kreis an der Einführung des neuen Programms mitwirkt und seinen jungen Bürgerinnen und Bürgern diese Möglichkeit eröffnet.

„Ziel ist es, junge Menschen ans Ehrenamt heranzuführen und auf Dauer für bürgerschaftliches Engagement zu gewinnen. Jugendliche ab 14 Jahren sollen die Gelegenheit erhalten, sich im gemeinnützigen sozialen, sportlichen, kulturellen oder ökologischen Bereich freiwillig zu engagieren. Sie werden unterstützt, sich nicht nur kurzfristig und projektbezogen einzusetzen, sondern auch über einen längeren Zeitraum hinweg Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen“, erklärten die CDU-Politiker.

Das Engagement finde über ein Schuljahr hinweg in der Freizeit in einer selbstgewählten Einsatzstelle statt. Voraussetzung seien zwei Stunden Zeitaufwand pro Woche. Es gelte, einen unterstützenden Rahmen für das Engagement zu bieten, wie eine schriftliche Vereinbarung und klare Kriterien wie Anfang, Ende und definierter Zeitaufwand. Der erfolgreiche Einsatz werde nach Abschluss mit einem qualifizierten Zertifikat dokumentiert.

„Dies wird spürbar positive Folgen haben: Mehr Jugendliche engagieren sich, erfahren Anerkennung und sammeln wertvolle Erfahrungen. Ihr Engagement ist verbindlicher. Die Vereine profitieren, denn sie gewinnen neuen Nachwuchs“, betonten Müller-Klepper und Beuth.

Fördermittel vom Land
Vorbild für das Programm ist das Freiwillige Soziale Schuljahr, das erfolgreich im Werra-Meißner-Kreis erprobt worden ist. „Das Modell soll ausgerollt werden“, so die Abgeordneten. Die Umsetzung soll durch die Landkreise bzw. kreisfreien Städte in enger Zusammenarbeit und Kooperation mit einem Netzwerkakteur erfolgen. Netzwerkakteure seien z.B. Freiwilligenzentren und –agenturen oder vergleichbare gemeinnützige Organisationen.

Der Antrag auf Aufnahme ins Programm sei bei der Staatskanzlei zu stellen. Für die Etablierung im Rheingau-Taunus in Zusammenarbeit mit einer Freiwilligenorganisation könne der Kreis vom Land über einen Zeitraum von drei Jahren Fördermittel bis zu 75.000 Euro erhalten. Zudem bestehe die Möglichkeit, im ersten Jahr der Umsetzung Unterstützung und Begleitung durch die Freiwilligenagentur Omnibus des Werra-Meißner-Kreises erhalten.

Auch wenn die Corona-Pandemie möglicherweise die Einführung des neuen Modells erschwere, solle sie aufgrund der positiven Wirkungen angegangen werden. „Die Engagementförderung von Jugendlichen, die Gewinnung von Ehrenamtsnachwuchs für die Vereine und die Stärkung der sozialen Bindung gerade im ländlichen Raum sprechen dafür, diesen Schritt zu machen“, betonten die Abgeordneten.

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