• eine Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport -

Wiesbaden. Obwohl Wohnungseinbruchsdiebstähle (WED) allein im vergangenen Jahr in Hessen um zehn Prozent zurückgegangen sind, führt die hessische Polizei den Kampf gegen Einbrecher auf hohem Niveau fort. Im Rahmen der diesjährigen Sommerkampagne konnten vier Tatverdächtige, die für eine Serie von Einbrüchen in Hessen verantwortlich waren, festgenommen werden. Darüber informierte Hessens Innenminister Peter Beuth zum Abschluss der Kampagne in Wiesbaden.

„Einbrecher machen keinen Sommerurlaub. Deshalb intensivieren wir den Verfolgungsdruck auf potentielle Täter jedes Jahr insbesondere in der Ferienzeit. Auch in dieser Sommersaison ist die Polizei konsequent und erfolgreich gegen Einbruchskriminalität vorgegangen. Neben einer Vielzahl von Kontrollmaßnahmen waren die Kolleginnen und Kollegen insbesondere im Rahmen von Präventionsveranstaltungen aktiv und haben darüber informiert, wie jede Bürgerin und jeder Bürger selbst seine eigenen vier Wände schützen kann. Ich danke allen beteiligten Kolleginnen und Kollegen der hessischen Polizei für ihren erneuten Einsatz gegen Wohnungseinbruchdiebstähle in den vergangenen Wochen“, sagte Innenminister Peter Beuth.

Im Rahmen der diesjährigen Sommerkampagne (6. Juli bis 14. August) führten die Fachkommissariate, Streifendienste und die Bereitschaftspolizei in Hessen an regionalen Schwerpunkten mehr als 650 Einsatz- und Kontrollmaßnahmen durch. Rund 20 Präventionsveranstaltungen zum Thema Einbruchschutz wurden trotz Corona-Pandemie von den Polizeiexperten abgehalten. Darüber hinaus informierte die Polizei Hessen verstärkt über die Medien, Social Media und in persönlichen Gesprächen über Einbruchschutz.

„Jedes Jahr führt unsere Polizei insgesamt rund 7.000 kriminalpolizeiliche Beratungen zum Wohnungsschutz durch. Mit der bundesweit einzigartigen Prognosesoftware KLB-operativ hat die hessische Polizei zudem ein effektives Computer-Programm, um insbesondere Einbruchsserien frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Dank der WED-App stehen allen hessischen Polizistinnen und Polizisten wichtige ermittlungsunterstützende Informationen auch unterwegs zur Verfügung. Hessen geht entschlossen und mit innovativer Ausstattung gegen Wohnungseinbruch vor. Die durchgeführte ‚Sommerkampagne‘ der Polizei hat dies einmal mehr verdeutlicht“, so Peter Beuth.

Urlaubssaison ist auch Einbrecher-Saison

Besonders in der Urlaubszeit bieten sich für Täter günstige Bedingungen. Einbrüche ereignen sich in überwiegender Anzahl tagsüber, insbesondere während einer längeren Abwesenheit der Haus- oder Wohnungsbewohner. Beispielsweise führen überfüllte Briefkästen, geschlossene Rollläden und dauerhaft geparkte Fahrzeuge zu günstigen Tatgelegenheiten. Auch Urlaubsbilder in sozialen Netzwerken oder Abwesenheitsnotizen auf privaten Mail-Accounts nutzen Täter, um Wohnungen und Häuser zu lokalisieren.

KfW fördert Sicherungsmaßnahmen

Spezielle Fensterverriegelungen und Türsicherungen sind eine günstige und wirkungsvolle Möglichkeit, die eigene Wohnung zu schützen. Der Einbau von Sicherheitstechnik kann Einbrüche erschweren und den Abbruch von Einbruchsversuchen erhöhen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt seit 2017 Bürgerinnen und Bürger, die mit kleineren Sicherungsmaßnahmen ihr Zuhause schützen möchten. Ein Zuschuss kann so bereits ab einer Investitionshöhe von 500 Euro bei der KfW beantragt werden.

Fahndungserfolge WED-Sommerkampagne 2020: Vier Festnahmen in den Sommerferien

<code>Im Frankfurter Stadtteil Zeilsheim wurde zwischen dem 6. Mai 2020 und dem 26. Juni 2020 auffallend viele Wohnungseinbruchdiebstähle in der Nachtzeit und vorwiegend durch gekippte Fenster begangen. Mittels Auswertung der Videoaufzeichnungen aus einer S-Bahn nach einer Tat konnten zwei Beschuldigte identifiziert werden. Hilfreich für die weiteren Ermittlungen war, dass die Beschuldigten die erforderlichen Fahrkarten mit einer zuvor bei einem Wohnungseinbruchdiebstahl entwendeten Kreditkarte erworben hatten und einer der Beschuldigten eine in der Tatnacht entwendete Umhängetasche mit sich führte. Bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung konnten zahlreiche Wertgegenstände sowie die Tatkleidung sichergestellt werden. Einen der Beschuldigten wird vorgeworfen für zwölf Taten in Frankfurt am Main sowie für mindestens 30 Wohnungseinbruchdiebstähle im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen verantwortlich zu sein.
Seit Dezember 2019 fahndet die Polizei nach Tätern, die für zahlreiche Einbrüche in Dietzenbach, Heusenstamm, Offenbach und Rodgau verantwortlich waren. Aufgrund der für Wohnungseinbrüche ungewöhnlichen Tatzeiten in den frühen Morgenstunden sowie des stets gleichen Tatbegehungsweise, war es wahrscheinlich, dass die Taten von ein und denselben Tätern begangen wurden. Bei mehreren Einbrüchen wurden jetzt zwei Täter durch Videosicherheitskameras aufgenommen. Die Ermittlungen führten zur Identifizierung und Festnahme der beiden Täter, denen gemeinsam mehr als 30 Wohnungseinbrüche zur Last gelegt werden.
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Hintergrund

Im Vergleich zu 2018 nahm die Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr im zweiten Jahr in Folge um fast zehn Prozent ab. Die Anzahl der vollendeten Delikte (tatsächliche Einbrüche) sank auf den niedrigsten jemals gemessenen Stand von 3.730 Fällen. „Seit Bestehen der Polizeilichen Kriminalstatistik ist das der niedrigste Wert. Jeder Einbruch ist einer zu viel, aber diese positive Entwicklung ist dennoch bemerkenswert. Diese positive Entwicklung wollen wir fortführen und halten daher den Druck auf die Einbrecher weiterhin hoch“, so Innenminister Peter Beuth.

Weitere Informationen und Termine finden Sie im Internet unter www.polizei.hessen.de

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